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Malpelo & Cocos Islands
Autor: Peter LöseckeDie Schweizer Espressomaschine ist schon betriebsbereit! Ich mache mir einen großen Capuccino mit aufgeschäumter Milch. Ich empfinde es als absoluten Luxus, hier mitten auf dem Pacific einen Capuccino aus frisch gemahlenen Costa Rica Kaffee, der übrigens sehr gut ist, genießen zu können! Ich nehme meinen Capuccino, gehe auf`s Oberdeck, wo ich auf andere Gäste treffe, die auch alle nicht mehr schlafen können. Das Meer ist glatt wie ein Spiegel und die Sonne geht gerade auf. In etwas Entfernung kann man Delfine in der Morgenröte beim Jagen beobachten. Einfach traumhaft! In einem solchen Augenblick denkt man auch nicht daran, dass man noch ca. 24 Std. Fahrt vor sich hat, und auch die Anreise nach Costa Rica ist schnell vergessen. Wobei ich die Anreise nach Costa Rica nie für so schlimm empfunden habe. San Jose erreicht man über die USA in ca.12 Flugstunden mit ca. 2 -3 Stunden Aufenthalt.
In San Jose hatte Kirsten von extratour den Transfer zum Hotel gut organisiert, wie auch alles andere! So ging es dann auch vom Flughafen ohne große Wartezeit ins Hotel. Abendessen, danach noch ein Bier und dann ab ins Bett. Morgens wurde ich dann mit den anderen Tauchern von einem Mitarbeiter der Sea Hunter vom Hotel abgeholt. Mit dem Bus geht es in ca. 3 Std. inkl. einer kleinen Mittagspause zum Hafen von Puntarenas, wo die Sea Hunter vor Anker liegt. Sobald alle Koffer auf dem Schiff verstaut sind, wird auch sofort abgelegt. Tobias, der Diveguide, stellte kurz die Crew vor und teilte die Kabinen ein. Von jetzt an hat man genug Zeit, seine Sachen in aller Ruhe zu verstauen, Kameras zusammen zu bauen und sein Tauch Equipment zusammen zu rödeln.
Es ist auf Malpelo immer nur ein Tauchboot zugelassen, sodass wir sicher sein können, dass wir hier die einzigen Taucher seien werden. Nach dem Frühstück geht’s dann auch gleich los, denn schließlich sind wir zum Tauchen hier! Dass dieses so angenehm wie möglich geschieht, dafür sorgt die Crew. Alle Tauchgänge werden von einem bequemen Beiboot aus durchgeführt. Auf Sicherheit wird beim Tauchen sehr viel Wert gelegt. Jeder Taucher erhält eine zusätzliche, extra lange Sicherheitsboje sowie einen Peilsender, der es erleichtert, abgetriebene Taucher wieder zu finden. Getaucht wird dreimal am Tag. Nachttauchgänge gibt es bei Malpelo nicht.
Es war unser letzter Tag und der Tauchgang war auch schon über die Hälfte um, als ich plötzlich mehrere Schatten im Blauwasser sah. Erst waren es nur einzelne, und bevor ich genau erkennen konnte, was es ist, befand ich mich zwischen Hunderten von Hammerhaien!!! Wo sie auf einmal herkamen - ich weiß es nicht. Genau so wenig wohin sie nach 10 min. wieder verschwunden sind. Wer bei diesem Tauchgang mit dabei war, konnte man an Bord an den Gesichtern der Taucher erkennen. Denn das Grinsen in den Gesichtern und das wild aufgeregte durcheinander reden war noch größer, als nach den anderen Tauchgängen.
Cocos Island
Wet, wild and wonderful – gut 600 Kilometer vor der Küste Costa Ricas und rund 600 Kilometer von Malpelo entfernt liegt Isla del Cococ, die sagenumwobene Insel, auf die dieser Spruch wie zugeschnitten ist. Noch immer wird auf der kaum zugänglichen Insel ein sagenhafter Schatz von Piraten vermutet. Doch die wahren Schätze liegen meiner Meinung nach unter der Meeresoberfläche. Vor uns lagen weitere fünf Tauchtage mit je drei Tauchgängen und einem Nachttauchgang.
Man kann hier in Cocos im Grunde keinen Tauchplatz herausheben. Zu meinen Favoriten gehören aber Alcyone, Dirty Rock, Dos Amigos und Manulita outside.
Dirty Rock ist ein absolut spektakulärer, aber nicht ganz einfacher Tauchgang. Mehrere Unterwasser-Pinnacles, bei denen bei Strömung die Post abgeht. Regelmäßig fliegen Gruppen von Adlerrochen vorbei, Gruppen von Stachelrochen, wie Teppiche, kann man am Sandboden beobachten. Ein großer Schwarm Stachelmakrelen ist hier immer am Tauchplatz, in den man wunderschön eintauchen und sich darin verstecken kann. Hammerhaie, Seidenhaie, Galapagoshaie, Mantas und Weißspitzen sind bei Strömung auch zu sehen. In den kleinen Höhlen und Überhängen stapeln sich die Lobster!!
Dos Amigos sind zwei Tauchplätze: der große- und der kleine Amigo. Diese Tauchplätze können nicht bei jedem Wetter betaucht werden und die Strömung ist häufig extrem stark. Dafür bieten diese Plätze das komplette Programm, das eine Reise nach Cocos ausmacht!
Manulita outside ist für mich der perfekte Nachmittagstauchgang, vor allen beim Austauchen lassen wir uns mit der Strömung treiben. Hier konnten wir riesige Schwärme Hammerhaie unter uns beobachten, oder wir befanden uns plötzlich in einem Schwarm Gelbflossentunfische! Mantamobulas und Seidenhaie ziehen immer wieder an einem vorbei, einmal drehte eine Schule Delfine ihre Kreise um uns und dann konnten wir auch noch 20 Min mit einem Walhai tauchen.
Hier noch einen kleinen Tipp. Man sollte den Tauchgang nie zu früh abbrechen und sich fürs Austauchen in der Strömung immer genug Reserve an Luft lassen. Denn wenn der Guide den Tauchplatz verlässt und sich mit der Strömung treiben lässt, scheint dies im ersten Augenblick nicht besonders spannend zu sein. Mann befindet sich in einem Augenblick noch im tiefen Blau und im nächsten ist schon die Hölle los!! Ich hatte hierbei meine spannendsten Erlebnisse. Walhaie, Tunfische, Mantas, Hammerhaie, Mantamobulas, Seidenhaie und und und…
Bei solchen Tauchgängen gingen natürlich die 5 Tage wie im Flug vorbei und so war mein Abenteuer Cocos nach dem drittem Tauchgang am 5. und letzten Tag wieder einmal vorbei. Sofort nach dem letzten Tauchgang holte die Crew die beiden Zodiacs ein, um für die Rückfahrt keine Zeit zu verlieren.
Malpelo und Cocos gehören mit Sicherheit neben Galapagos und Französisch Polynesien zu den absoluten Taucher “Hai“-light’s dieser Erde! Ein Muss für Großfisch-Fans. Die Strömungen sind häufig sehr stark und man muss im Freiwasser tauchen können, nur dann kann man diese mit Sicherheit einmaligen Tauchgänge auch so richtig genießen. Die Überfahrt kann auch schon mal sehr wellig sein, sodass man dann gut durchgeschüttelt wird. In Cocos angekommen liegen die Boote geschützt in einer Bucht oder hinter der kleinen Insel Manulita. Diesen Schutz gibt es bei Malpelo nicht, sodass es die ganze Zeit sehr wellig sein kann. In solchen Fällen wird der Aufenthalt Malpelo auch schon einmal vorzeitig abgebrochen und man fährt dann schon eher nach Cocos. Die Kombination Cocos Malpelo lohnt sich meiner Meinung nach auch nur, wenn man schon einmal Cocos besucht hat, weil es sonst mit nur 5 Tauchtagen bei Cocos sehr kurz ist. Die Boote sind alle Hochsee tauglich und sehr gut ausgestattet. Der Tauchbetrieb läuft sehr professionell ab. Die Okeanos Aggressor ist meiner Meinung nach zu klein für 22 Personen. Das Schiff müsste auch dringend einmal ins Trockendock. Die Okeanos hat auch nicht den Komfort der anderen Schiffe der Aggressor Flotte! So ist z.B. die Espressomaschine kaputt und wird auch nicht ausgetauscht, um nur ein Beispiel zu nennen. Ich finde auch, dass der Tauchbetrieb besser auf der Sea Hunter und der Undersea Hunter organisiert ist. Die Gruppen sind hier auch kleiner. Die Zodiacs der Aggressor sind Schlauchboote und meiner Meinung nach zu klein. Auf der Aggressor gibt es auch keine Peilsender für die Taucher. Der Service der Crew ist auf allen Booten gleich gut. Der etwas höhere Preis für die Sea- und Undersea Hunter ist meiner Meinung nach gerechtfertigt.
Cocos - ein Nationalpark, der wohl keiner mehr ist!!!
Cocos ist ein Unterwasser-Nationalpark, gehört seit 1997 zum Weltkulturerbe und ist durch eine 12 Meilen Zone geschützt. Es gibt hier auch 8 bis 12 Ranger, die ständig auf der Insel wohnen, die aber nur mit einem kleinen Motorboot ausgestattet die Fischer mit Leine im Wasser erwischen müssen, um tätig werden zu können! Dieses ist häufig ein aussichtsloses Unterfangen! Ich konnte mindestens zwei Boote direkt vor der Insel mit Long-Leinen im Wasser beobachten. Bei Dos Amigos haben wir an einem Tag rund um den Tauchplatz Long-Leinen entfernt und mussten zwei Tage später feststellen, dass wir von vorne anfangen konnten! Immer wieder konnte ich Haie oder auch Mantas mit Harken im Maul oder im Fleisch beobachten. Ich habe auch fast keine Galapagoshaie und Seidenhaie mehr gesehen. Bei Silverado, eine Putzerstation der Silberspitzenhaie, war mal ein sicherer Platz, an dem man diese tollen Tiere beobachten konnte. Heute kann man nur noch sehr selten Silberspitzenhaie hier sehen. Dieses sind alles die Haiarten, die im Gegensatz zu den Hammerhaien schneller auf Köder reagieren und sind dann natürlich auch die ersten, die gefangen werden. Alles im allem ist Cocos noch immer ein absolutes „Hai“-light. Ich hoffe, dass es noch lange ein einmaliges Großfischgebiet bleibt und dass ich noch häufig solche Reisen nach Cocos machen kann. Ich bin mir aber sicher, dass die Haie von mal zu mal weniger werden. Wer also dieses absolute Taucherlebnis noch erleben möchte, sollte nicht zu lange damit warten!
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