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Im Königreich der Pygmäenseepferdchen - Raja Ampat
Autor: Kirsten Clahr - Mai 2005Ich muss gestehen, dass ich nicht nachgezählt habe. Ich war viel zu überwältigt von der Fischmenge und glaube einfach mal, dass Herr Allen sich nicht verzählt hat.
Sicherlich ist dieses Hausriff kaum zu übertreffen! Seit vielen Jahren erkundet Max Ammer die Riffe und Tauchplätze im indonesischen Teil der Insel Neuguinea.
Die Insel Kri, die Max für seine beiden kleinen Resorts ausgewählt hat, ist umgeben von gigantischen Riffsystemen. Nur wenige Taucher erreichen dieses entlegene Gebiet, die Riffe sind in erstklassigem Zustand und der Ozean bietet die absolute Fischsuppe!
Keine anderen Resorts sind in der Nähe: exklusives Tauchen vom Feinsten - Wahnsinn!
Und hier erst einmal angekommen, werden die Gäste in 2 Stunden mit dem Speedboot von Papua Diving bis auf die Insel Kri gebracht.
Mit Glück begegnet man bereits auf der Überfahrt Delfinen und Walen. Wer noch nie ein Pygmäenseepferdchen gesehen hat, wird hier nicht enttäuscht: 5 verschiedene Arten gibt es: vom ordinären Hipppocampus bargibanti (in rosa und gelb) über denise bis hin zum pontohi Seepferdchen.
Bei nahezu jedem Tauchgang gibt es Seepferdchen zu entdecken, oft verbergen sich bis zu 10 der Winzlinge in einer einzigen Gorgonie: ein wahrer Palast der Pygmies.
So viel gibt es zu sehen, dass ich mich vom Anblick der intakten Korallengärten kaum trennen kann und oftmals 70 - 80 Minuten im Wasser verbringe. Bei 3 - 4 Tauchgängen täglich fällt man abends sofort in den verdienten Schlaf. Doch bereits der nächste Tag bringt viele neue Wunder: 1 Stunde umkreisen mich 6 große Mantas am gleichnamigen Riff, immer wieder schweben sie an mir vorbei. Selbst die vielen vorwitzigen Clownfische in den Annemonen unter mir noch die Schule Büffelkopfpapageifische können den Mantas die Show stehlen.
Übrigens: Max verspricht, wer eine Woche bleibt und keinen Manta zu Gesicht bekommt, braucht seine Barrechnung nicht zu zahlen. Das ist bisher allerdings noch nie passiert!
Die Passage ist ein weiteres Tauchhighlight: in einem schmalen Kanal zwischen zwei felsigen Inseln lassen wir uns von der Strömung treiben. Durch die Wasseroberfläche sehen wir riesige Urwaldbäume, unter und neben uns schillern die Weichkorallen in kräftigen Orange - und Lilatönen: wo der Regenwald aufs Riff trifft - geradezu mystisch. Am Ende der Passage reißt uns die Strömung mit, wir finden Schutz in einer kleinen Höhle, durch deren Löcher majestätisch die Sonnenstrahlen dringen.
Ich erwähne nebenbei, dass ich gerne mal einen Sargassum-Anglerfisch sehen möchte. 3 Minuten später fischt Otto neben dem Boot einen Seegrasteppich aus dem Wasser und entdeckt sofort den gewünschten hübschen Burschen.
Bei einigen Tauchgängen haken wir uns nur mit dem Riffhaken ein und beobachten das Geschehen: tausende von Makrelen, Snappern, Füssilieren, dazwischen jagende Thunfische und große Barracudas, teilweise direkt neben mir!
Dann treibt uns die Strömung weiter und wir fliegen vorbei an Adelerrochen und ab und an Riffhaien.
Auf der Fahrt dorthin sehen wir plötzlich einen großen Rücken im Wasser auftauchen und dann die Fluke eines Fin Wales. Unglaublich! Später begleitet uns dann auch noch eine Gruppe von ca. 50 Pilotwalen. Was für ein Tag!
Am Samstag ist Ruhetag auf Kri Island, das heißt: es findet kein Tauchbetrieb statt. Endlich die Gelegenheit, die Gegend zu erkunden und an einem der Ausflüge teilzunehmen.
Doch Bird Watcher haben es nicht leicht: um 05.00h morgens legt das Boot am Steg ab, dann ein kleiner Spaziergang durchs Dorf, über eine wackelige Brücke (na ja: eigentlich sind es ein paar Bretter, die auf Pfählen über den Fluss führen) und zum Schluss noch eine halbe Stunde durch den Dschungel.
Nass geschwitzt erreichen wir den Ausguck, der hoch oben in einem Baum ist. Und dann hören wir auch schon seltsame Geräusche: die Paradiesvögel sind tatsächlich da und führen nur wenige Meter von uns entfernt einen Tanz auf.
Nach diesem tollen Schauspiel genieße ich mein Frühstück und habe noch nicht genug vom Dschungel. Wir fahren mit dem Boot durch Mangrovensümpfe, klettern über die Wurzeln an Land, und dann heißt es eine Stunde lang den Weg durch den Dschungel zu finden: umgefallene Bäume als Hindernisse zu überwinden, auf rutschigen Steinen im Fluss Halt zu suchen, sich an Baumstämmen hoch zu hangeln und dann endlich erreichen wir den Wasserfall. Jetzt erst mal ein erfrischendes Bad - einfach herrlich - und das in atemberaubender Landschaft.
Am Abend sehe ich ein permanentes Blinken hinter meinem Bungalow. Es sieht aus, als hätte man in einem Baum eine Weihnachtslichterkette befestigt. Bei näherem Hinsehen bemerke ich, dass Hunderte von Glühwürmchen den Baum erleuchten.
Morgens weckt mich das Gezeter von Kakadus und anderen krächzenden Papageien, abends genieße ich den Sonnenuntergang vom Steg aus. Hier ist man wirklich im Paradies!
Im Kri Eco Resort sind die wenigen Hütten in traditioneller Stelzenbauweise über das Meer gebaut und nur mit dem nötigsten ausgestattet: Betten mit Moskitonetzen, Ventilator und 2 Tischen als Ablage.
Strom gibt es rund um die Uhr, so kann man auch in seinem Zimmer Lampen, Kameras etc. aufladen. Auf der Insel gibt es simple indonesische Sanitäranlagen: 2 offene Gemeinschaftsbäder mit traditionellem Mandi (d. h. ein Becken, aus dem man Wasser schöpft), sowie 3 Toiletten (davon eine nur für Frauen).
Das Wasser kommt aus einem Brunnen und ist Brackwasser, Trinkwasser wird von einer anderen Insel gebracht und nochmals abgekocht. Im offenen Restaurant gibt es täglich 3 köstliche Mahlzeiten. Wasser, Kaffee, Tee stehen dort jederzeit bereit. Die Atmosphäre ist sehr familiär und entspannt.
Und was jeden Fotografen aufs höchste erfreuen wird: jeder Bungalow verfügt über einen eigenen Kameratisch mit Stromversorgung und Spülbecken.
Die Mahlzeiten werden im offenen Restaurant des Haupthauses serviert. Der Blick über das Meer ist atemberaubend. Mehrmals täglich werden frische Fruchtsäfte angeboten und das Essen ist wirklich fantastisch: lokale Gemüse, Fisch, Suppen, Fleisch und alles äußerst raffiniert gewürzt. Ein Genuss!
Zur Zeit sind noch nicht alle Bungalows im Sorido Bay Resort fertiggestellt. Doch keine Sorge: Belästigung durch Baulärm gibt es nicht. Sobald Gäste im Resort sind, wird die Arbeit an den neuen Bungalows eingestellt.
extratour Tip: A Photographer´s Dream:
Anschließend fliegt man in nur 1,5 Stunden weiter nach Sorong und betaucht mit Papua Diving die artenreichsten Riffe der Welt.
Tacheless:
Bitte beachten Sie, dass bei Reisen in entlegene Gebiete ortspezifische Unwägbarkeiten vorkommen können, deren Behebung nicht immer sofort gewährleistet werden kann.
Technische Pannen (z.B. Stromausfälle, Schäden am Kompressor oder an den Motoren) können manchmal nicht sofort behoben werden. Sie befinden sich hier in Papua, trotz aller Bemühungen unsererseits und unserer Partner vor Ort erwarten Sie bitte keine deutsche Pünktlichkeit und Perfektion.
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