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Maluku Divers Ambon - Muck ohne Massen
Autor: Kirsten Clahr - September 2011
Die Twilight Zone von Ambon hat sicherlich schon den gleichen Berühmtheitsgrad für Freunde der Makrowelt wie die Lembeh Strait in Nordsulawesi. Und dennoch kommen auf die indonesischen Molukkeninseln weit weniger Taucher. Das liegt sicher auch daran, dass es hier in Ambon nur 1 Tauchresort – die Maluku Divers – gibt. Und genau das ist natürlich großartig, denn so hat man die kuriosen Schätze unter Wasser fast für sich allein.
Meine erste Begegnung mit den skurrilen Lebewesen in Ambon hatte ich vor vielen Jahren beim Fernsehen. Schon die australischen Tauchpioniere Valerie and Ron Taylor berichteten damals von Anglerfischen, Rhinopias Skorpionsfischen und anderen seltsamen Unterwasserwesen. Jetzt endlich hatte ich die Gelegenheit, die Tauchplätze von Laha selbst zu erkunden.
Das Resort der Maluku Divers hat sich komplett auf´s sogenannte Muck Diving spezialisiert und ist bestens auf die Bedürfnisse von Fotografen eingerichtet. Alle Tauchplätze befinden sich in unmittelbarer Nähe zum kleinen Resort in der großen Ambon Bucht und so dauern die Ausfahrten mit dem Speedboot auch nur wenige Minuten.
Die Hafenstadt Ambon und die zahlreichen Fischerdörfer lassen schon vermuten, dass man unter Wasser jede Menge Müll erwarten kann. An den schwarzsandigen Abhängen findet sich dann auch so alles, was die Bevölkerung ins Meer wirft: Verpackungen, Müllsäcke, Aluminiumdosen, Flaschen, Reissäcke, Jeans, Sandalen, Autoreifen usw. Und genau dazwischen leben die kuriosesten Kreaturen und scheinen sich pudelwohl zu fühlen.
Die Guides der Maluku Divers wissen genau, wo sie suchen müssen. Und so präsentieren sie mir Schaukelfische, Pegasusfische, Kakaduschaukelfische, Flammensepia, Anglerfische, unzählige verschiedene Geisterpfeifenfische und gleich zwei meiner Lieblingsfische Rhinopias frondosa in weiß und pink. Die beiden haben es sich an einem kleinen Korallenblock zwischen alten Reissäcken gemütlich gemacht.
Aber an den sanft abfallenden Abhängen verbergen sich noch weitere Schätze: Zebrakrabben und Coleman Garnelen in Feuerseeigeln lassen mein Fotografenherz höher schlagen. Seepferdchen, Nacktschnecken, Seeschlangen und bizarre Schlangenaale gehören zu den weiteren Highlights. Während ich noch in aller Ruhe meine Fotos schieße, hat mein Tauchguide schon weitere Kostbarkeiten entdeckt. Ich brauche ihm nur von einem Schatz zum nächsten zu folgen. Und dank Nitrox kann ich auch noch beim 3. Tauchgang des Tages eine Zeitlang auf einer Tiefe zwischen 30 – 20 Metern ohne Hast die herrlichen Seltenheiten ablichten.
Der Service bei den Maluku Divers ist einfach fantastisch. Meine Ausrüstung wird bestens gepflegt und vom Manager gibt es auch noch jede Menge Fototips. Im Kameraraum oder an den beiden Arbeitstischen mit jeder Menge Steckdosen in den sehr geräumigen Bungalows kann ich mich um meine Fotoausrüstung kümmern. Perfekt! Tauchplätze mit großen Besonderheiten werden auf Wunsch auch ein zweites oder drittes Mal besucht. Die Guides wissen, dass Fotografen das gleiche Motiv gern auch noch einmal mit anderen Fototechniken ablichten möchten. Hier geht man auf alle Wünsche ein.
Am letzten tauchfreien Tag ist noch ein besonderer Ausflug geplant. Ich besuche die Süßwasseraale von Larike. Hafez, ein Mitarbeiter des Resorts und ehemaliger Dorfkönig von Larike, begleitet mich. Im Fluss hinter dem Dorf leben die Aale, die auch sofort erscheinen, als wir uns ins knöcheltiefe Wasser begeben. Wenn man dann noch einige Fischreste ins Wasser wirft, sind die glitschigen Fische nicht mehr zu halten. Sie sind überall, zwischen meinen Füßen und versuchen sogar, in meine Kamera zu beißen...
Wir haben eine Menge Spaß, baden mit den Kindern im Fluss und halten ein kleines Schwätzchen mit den Dorffrauen, die beim Wäsche waschen amüsiert unser Treiben mit den Aalen beobachten.
Die Tauchplätze von Ambon haben alle meine Erwartungen erfüllt und zählen für mich zu den Topspots für´s Critter Hunting. Sicher werde ich mich beim nächsten Besuch auf die erneute Suche nach weiteren geheimnisvollen Wesen in der Twilight Zone machen. Vielleicht habe ich dann ja sogar das Glück, den psychedelischen Anglerfisch zu finden, den es nur hier gibt und der sich äußerst selten Tauchern zeigt...
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