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Mythen und Mola Mola im Alor Archipel
Autor: Kirsten Clahr - Mai 2007
Der Alor Archipel ist eine wirklich noch unberührte Gegend in Indonesien. Es ist nicht gerade einfach hierher zu kommen. Entsprechend unerforscht und einsam sind die großartigen Tauchplätze. Lediglich zwei – bis dreimal im Jahr verirren sich wenige Tauchsafarischiffe nach Alor und bleiben meist nur 1-2 Tage. Von spektakulären Strömungstauchgängen wird dann berichtet oder auch von endlosen Anemonenfeldern.
Als der Franzose Gilles in den östlichen Teil der Sunda Inseln kam, hat er sich entschlossen, mehr über das Gebiet herauszufinden und hat zusammen mit seiner Frau Neya ein kleines sehr intimes Tauchresort auf der Insel Pantar errichtet: ein Resort, wo Tauchen Leidenschaft ist! Längst sind nicht alle Plätze erforscht und Gilles freut sich über jeden abenteuerlustigen Taucher, der auch mal bereit ist, in unbekannte Gewässer zu springen.
Als ich in dieses Gebiet kam, wurden allen meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Es gibt traumhafte Korallengärten, nicht selten habe ich in einem Tauchgang ca. 10 verschiedene Nacktschnecken, 3 Anglerfische, 8 Geisterpfeifenfische und zahlreiches Krebsgetier gesehen.
Die Steilwände sind atemberaubend und voller bunter Weichkorallen, schwarzen Korallen, Gorgonien. Pygmäenseepferdchen, Schaukelfische, Coleman Garnelen, Zebrakrabben, Steinfische – es gibt jede Menge Kostbarkeiten. Anemone City ist ein Platz, der über und über mit Anemonen bedeckt ist (man spricht von mindestens 3 km Anemonenfeldern). Die unter-schiedlichsten Clownfische sind vertreten.
An der Vulkaninsel Pura gibt es einige Muck Dive Sites: Mandarinfische, Schlangenaale, Nacktschnecken, Anglerfische…. und dann entdeckt Gilles doch tatsächlich noch eine kleine Sensation: einen Rhinopias! Ich bin begeistert.
Der Blick ins Blau kann aber auch durchaus lohnenswert sein. Im Süden von Pantar wagt sich manchmal der bizarre Mola Mola, der Mondfisch, in flachere Gewässer vor. Auf 40 m gleitet diese schwimmende Scheibe an mir vorbei. Süsslippen, Fledermausfische, Adlerrochen, vereinzelt Haie sind auch anzutreffen.
Taucherfahrung ist erforderlich: während des Gezeitenwechsels bilden sich oft starke Strömungen in der Meerenge zwischen Alor und Pantar. Dann bilden sich richtige Strudel an der Oberfläche – die Tauchgänge sind manchmal sehr spannend.
Neben den 2 Bootstauchgängen täglich kann das Hausriff auf eigene Faust erkundet werden. Und auch das lohnt sich: mehrere Hundert Meter Riff von flach abfallend bis hin zu einer vertikalen Wand, die auf 40 Metern endet. Hier habe ich Xeno Krabben, Seepferdchen, Schildkröten, Nacktschnecken entdecken können.
Zwischen den Tauchgängen geht es sehr gemütlich zu. Es gibt nur 6 einfache Holzbungalows an einem hübschen, natürlichen Sandstrand. Die Bungalows stehen sehr weit auseinander, hier hat man wirklich reichlich Privatsphäre.
Manchmal schauen Leute aus dem Dorf vorbei und erzählen wundersame Geschichten. Der Glaube an Ahnen- und Naturgeister ist noch weit verbreitet und spirituelle Kultur ein wichtiger Bestandteil des täglichen Lebens.
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