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Oman - ein Hauch von arabischem Abenteuer

Autor: Antonia Gronert, September 2010


Wild zerklüftete Gebirge, lange Sandstrände und Urlaub ohne Massentourismus – ich habe viel überden Oman gehört und freue mich, endlich das Ziel selber erkunden zu können. Die Meinungen über den Oman gehen sehr auseinander. Viele sind begeistert, bereisen das Land häufiger, loben vor allem die Freundlichkeit der Menschen und die Ruhe. Andere wiederum beklagen die manchmal mäßigen Sichtweiten unter Wasser und das fehlende Animationsprogramm.
Wie werde ich als Gast in dem fremden Land erwartet? Wie werde ich als Alleinreisende Frau behandelt? Wie wird das Tauchen sein? Ich bin sehr gespannt auf das Sultanat Oman.

Die Anreise erfolgt mit der Oman Air, der Fluggesellschaft des Landes. Schon während des Direktfluges von Frankfurt nach Muscat bin ich positiv überrascht von dem Service und der Freundlichkeit der Crew. Bequeme Sitze, Entertainment Programm an jedem Platz und leckeres Essen – Oman Air kann auf jeden Fall mit vielen asiatischen Fluggesellschaften mithalten. Direkt nach der Landung bekomme ich mein Visum und mein Fahrer wartet schon. Während der ca. 40 Minütigen Fahrt erfahre ich vieles über das Land, die Kultur und ich fahre an der „Großen Moschee“ vorbei. Mir fällt die Mischung zwischen Moderne und Tradition auf, die mir zusagt.
Extra Divers Lodge
Mein erstes Ziel ca. 10 km südlich von Muscat ist die Extra Divers Lodge, auch Oman Dive Center genannt. Kurze Zeit später sitze ich bei 35 Grad im Schatten am Frühstückstisch, bediene mich am umfangreichen Büfett und genieße den Blick über das Meer und die schroffen Felsen. Die Lodge ist das einzige Hotel in der kleinen Bucht und liegt direkt am Meer. Die Tauchbasis öffnet langsam Ihre Pforten und die ersten Taucher machen sich fertig. Es liegt eine entspannte, familiäre Atmosphäre in der Luft, die mir auf Anhieb gefällt und die mich schnell in Ihren Bann zieht. Noch mit meinem Tee in der Hand beschließe ich, das ich so schnell wie möglich auch die Unterwasserwelt kennen lernen möchte. Die Extra Divers sind sehr flexibel und versuchen die Wünsche der Gäste zu erfüllen. Nur Minuten später bin ich an Bord des großen Tauchbootes. Wir sind 16 Gäste, hauptsächlich deutschsprachig, die das Equipment an Bord bringen und zusammenbauen. Unser Guide erklärt zweisprachig den Ablauf des Tages und wir fahren ca. 45 Minuten zum Tauchplatz.
Oman Extra Divers Lodge Muscat
Ich beeile mich, möchte ich doch als einer der ersten ins Wasser springen und seit langem mal wieder tauchen gehen. Etwas verwundert bin ich schon, dass einige mit Kopfhaube tauchen wollen oder Handschuhe anziehen, denn es ist unglaublich heiß. Sekunden später ist es soweit, mein Buddy und ich machen uns fertig und ich springe in das kühle Nass..... und schreie auf! Mann, ist das kalt! Mein Computer zeigt nur 27 Grad an. Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet. Naja, ich bin auch eine Frostbeule. Der Tauchgang beginnt und wir gehen langsam tiefer. Die ersten Fische flitzen an uns vorbei. Die Sichtweiten liegen bei ca. 8 - 10 Metern. Und... brrrh.... wir passieren eine Sprungschicht und mein Computer zeigt nur noch 23 Grad a2. Jetzt ist mir richtig kalt. Aber ich schaue mich erst einmal um und beginne die Kälte zu ignorieren.
Oman Extra Divers Lodge Muscat
Denn ich entdecke Krebse, unheimlich viele Muränen in den unterschiedlichsten Größen, Nacktschnecken, eine große Sepia sowie Fische ohne Ende. Es ist einfach viel zu sehen. Der erste Tauchgang geht schnell zu Ende und ich wärme mich an meinem Tee auf. Es ist ungewohnt, so eingeschränkte Sichtweiten zu haben und Sprungschichten, mit denen ich nicht so gerechnet habe. Dafür sind die Korallen komplett intakt, wir sind alleine am Tauchplatz und durch das Planktonreiche Wasser haben wir ein sehr hohes Fischaufkommen. Der 2. Tauchgang verläuft ähnlich, hier kreuzen wieder viele Riffische unseren Weg, ein Schwarm Barracudas und unzählige Drachenköpfe. Ich komme begeistert aus dem Wasser und bin dank meiner Kopfhaube auch nicht mehr so durch gefroren.
Extra Divers Lodge
Am Nachmittag sind wir zurück in der Lodge und ich beziehe mein Zimmer. Alle 35 Bungalows liegen nur wenige Meter vom Meer entfernt und sind zweckmäßig mit Klimaanlage, Deckenventilator und Minibar ausgestattet. Mir gefällt vor allem das halboffene Badezimmer und die Terrasse mit Blick auf das Meer. So beginnt der Urlaub doch richtig. Zum Abendessen ist die ganze Terrasse vom Restaurant in gedämpftes Licht getaucht, überall auf den Tischen stehen Kerzen und verbreiten eine tolle Atmosphäre. Es erwartet mich ein Buffet, das außergewöhnlich ist. Thomas, der Küchenchef, hat unglaubliches Essen gezaubert, hier ist für jeden was dabei: Eine große Salatauswahl, leckeres Fleisch und viele verschiedene Beilagen. Vor allem am Dessert muss ich mich öfters bedienen. Nach dem Essen geht es noch auf ein kleines Getränk an die Beachbar, die sehr gemütlich ausgestattet ist und einen herrlichen Blick auf die beleuchtete Bucht bietet. Und natürlich entdecke ich auf der Karte noch eine Auswahl an Shisha's, die in den arabischen Ländern nicht fehlen darf. Die werde ich die demnächst auch noch testen...
Extra Divers Lodge
Die nächsten Tagen laufen nach dem gleichen entspannten Rhythmus ab: Morgens bediene ich mich am reichhaltigen Büfett, dann geht’s zum Tauchen, ich habe interessante Tauchgänge mit Rotfeuerfischen, Zitterrochen, tollen Tischkorallen, vielen Fischen oder besuche das super bewachsene Wrack der Al Munnassir, nachmittags wird am Strand oder auf der Terrasse relaxt und abends wartet ein leckeres Büfett mit vielen Überraschungen. Die Tage vergehen wie im Flug, die Mitarbeiter sind sehr zuvorkommend, das Tauchen macht Spaß und die Atmosphäre der Lodge lässt einen wirklich zur Ruhe kommt. So muss Tauchurlaub sein!

Natürlich steht auch der Besuch von Muskat auf dem Programm. Mit anderen Gästen ordere ich mir ein Taxi und wir fahren in nur 20 Minuten in die Hauptstadt. Unser Fahrer erzählt uns einiges zur Geschichte des Landes und wir stoppen am 6 Sterne Hotel Al Bustan Palace sowie am prächtigen Sultanspalast. Unser Ziel ist die Hafenpromenade und der Old Muttrah Souk. Hier bummeln wir durch die vielen kleinen verwinkelten Gassen, wo es nach viele Gewürzen duftet und man Lederwaren, Kleidung und viel Schmuck erwerben kann. Die Omanis sind zurückhaltend, ich werde sehr höflich angesprochen und so ist es auch für uns Frauen ein netter Besuch.
Schon endet mein Aufenthalt in der Extra Divers Lodge und ich fahre in 90 Minuten zum Nabucco's Al Sawadi Resort nördlich der Hauptstadt. Es ist Walhai Saison... ich hoffe, ich habe dort Glück!

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