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Haiwoche mit Scuba Addicts
Autor: Kirsten Clahr - März 2010
Wer nach Südafrika zum Tauchen fährt, hat vor allem eins im Sinn: Haie beobachten. Und genau das ist auch das Ziel meiner Reise an den südlichen Zipfel des afrikanischen Kontinents. Die Chancen stehen gut, denn die Gewässer südlich von Durban gelten als hochgradig haiverseucht.
Ich tauche mit Scuba Addicts. Die Besitzer Shona und Craig beschäftigen sich seit vielen Jahren mit Haien und haben sich auf´s Haitauchen spezialisiert. Das geht sogar soweit, dass sie eine Garantie geben: wer während der Haiwoche keinen Hai zu Gesicht bekommt, muss am Ende auch sein Tauchpaket nicht bezahlen. Ich bin sehr gespannt, was uns erwartet. Das Konzept von Scuba Addicts sieht vor, dass die kleine Gruppe (aus max. 8 Tauchern) wie bei einer Safari eine Woche lang zusammen bleibt. Daher gibt es feste An- und Abreisetage. Der Vorteil liegt auf der Hand: die Qualität der Tauchgänge leidet nicht durch eventuelle Checktauchgänge von Neuankömmlingen.
Craig kann sich so ganz auf die Gruppe konzentrieren und alle langsam an das Tauchen mit Haien heranführen. Denn die südafrikanischen Haie haben keinerlei Berührungsängste, wie wir gleich am ersten Abend erfahren. „Unser Geschäft sind die Haie“, erklärt uns Craig. „Wir lieben diese großartigen Tiere und möchten unseren Gästen so viele verschiedene Haie wie nur möglich präsentieren.“ Für diese Woche hat er sich vorgenommen, uns 5 verschiedene Haiarten zu zeigen. Ich habe nichts dagegen.
Scuba Addicts hat eine eigene Lodge außerhalb des Ortes Umkomaas mit nur 8 Gästezimmern und angeschlossener Tauchbasis. Von allen Zimmern blickt man auf den rauen Indischen Ozean, im Garten ist sogar ein kleiner Pool vorhanden.
Die Tauchbedingungen am Riffkomplex von Aliwal Shoal sind oftmals schwierig. Zunächst wird am frühen Morgen die Ausrüstung auf das 8 Meter Schlauchboot verladen, dann geht es hinunter zur Mündung des Umkomaas River. Hier wird das Boot ins Wasser gelassen und dann folgt ein ziemlich spektakulärer Ritt durch die Brandungswellen hinaus auf´s Meer. Die Tauchplätze liegen in einer Tiefe von 15 – 35 Metern, häufig gibt es starke Strömungen und auch die Sicht kann manchmal durchaus mäßig sein. Kein Anfängertauchen!
Belohnt wird man mit wirklich nahen Haibegegnungen, und zwar von großen Burschen (Weißspitzenriffhaie werden hier nicht als Haie gezählt). Wie sehen in der Woche zunächst die finster dreinblickenden Sandtigerhaie (in Südafrika Raggies genannt), Gitarrenhaie und einige Schwarzspitzenhochseehaie. Schildkröten, Adlerrochen, 15 Federschwanzrochen bei der Paarung, 1 Marlin und Leopardenrochen bieten eine gelungene Abwechslung zu den Haibegegnungen.
Doch wir erwarten noch einen Höhepunkt: den Tigerhaitauchgang! Hierfür müssen die Bedingungen stimmen, die wichtigste Voraussetzung ist: die Sicht muss mindestens 8 Meter betragen.
Wir haben großes Glück: am vorgesehenen Tag stimmt einfach alles: die Sonne scheint, das Meer ist ruhig und die Sicht beträgt ca. 18 Meter! Nun müssen sich nur noch die Haie zeigen. Während Craig eine Duftspur aus Fischöl legt, bekommen wir unsere Anweisungen für diesen speziellen Tauchgang: senkrecht im Wasser stehen, gut austariert sein, nicht von den Haien wegschwimmen, sich ruhig verhalten und hektische Bewegungen vermeiden und vor allem, sich nicht von der Gruppe entfernen.
Neben dem Boot tauchen immer mehr Haie auf, dann erscheint sogar schon ein Tigerhai. Es ist erstaunlich still an Bord. Denn nun heißt es: abtauchen, wir springen mitten in die Haie! Inzwischen dürften es 40 Schwarzspitzenhochseehaie sein. Wahnsinn. Sie kommen extrem nah. Ich befolge den Tipp von Craig und schau ihnen direkt in die Augen, wenn mir der Abstand zwischen Hai und mir zu gering wird. Und es funktioniert – sie drehen sofort ab.
3 Tigerhaie lassen sich blicken. Sie bewegen sich langsamer, beeindrucken mich aber sehr durch ihre Größe. Dann taucht auch noch ein Düsterer Hai auf wie uns Craig durch Zeichen zu verstehen gibt. Nach einer Stunde unter Haien tauchen wir auf und klettern ins Boot. Die Begeisterung ist riesig, alle reden nun durcheinander. Craig ist zufrieden: er hat sein Ziel erreicht und uns 5 verschiedene Haiarten zeigen können.
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