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Eine extratour Mitarbeiterin mitten in der Wildniss
Autor: Kirsten Clahr - Januar 2007Und dann endlich bin ich selbst mittendrin, am Fuße des Kilimanjaro, dem höchsten Berg Afrikas. Jambo!
Meine Camping Safari startet in Arusha, der Safari Metropole Tansanias. Schnell noch ein paar Vorräte auf dem bunten Markt besorgt, und dann geht es los: im Allradantriebsfahrzeug, einem Toyota Minibus mit Fahrer, Koch und Zelten. Als wir den imposanten Mount Meru hinter uns gelassen haben, ist die Straße zunächst sehr gut. Doch das wird sich in den nächsten Tagen ändern. Ich sollte noch ordentlich durchgerüttelt werden und den legendären Staub der Savanne in jeder einzelnen Pore spüren...
Mein Fahrer öffnet nun das Dach des Vehikels – aha: jetzt geht´s los! Die Ausbeute nach 2 Stunden kann sich durchaus sehen lassen: Pavianhorden, Nasshornvögel, Impala Antilopen, Dikdiks, Wasserböcke, Zebras, Giraffen, Büffel, Flusspferde, Pelikane, Warzenschweine und mehrere Elefanten. Dann fahren wir nach Karatu in die erste Übernachtungsstation: das Safari Junction Camp. Das Camp gehört der Safari Company Savannah Tours, der ich mich für meinen Trip in die Wildnis Afrikas anvertraut habe.
Die netten Damen aus der Küche haben aber mitgedacht, und stellen einen Eimer des kostbaren Gutes zur Verfügung. Frisch gestärkt geht es am nächsten Morgen weiter. Der Manyara Park sollte ja nur als kleiner Vorgeschmack sein auf das, was noch kommen soll.
Da fühle ich mich in meinem grün-khakifarbenen Safari Outfit á la Meryl Streep viel cooler. Und dann kämpft sich unser Wagen hinauf auf den Kraterrand, der immerhin 2500 m hoch liegt.
Als sich die Nebelwälder lichten, liegt er vor mir: der Ngorongoro Krater, die größte nicht mit Wasser gefüllte Caldera der Welt. Vom Kraterrand blicke ich an den Steil abfallenden Wänden hinab in den 600m tiefer liegenden Krater, das Juwel Afrikas.
Auf 25 km² konzentriert sich eine unglaubliche Anzahl an wilden Tieren, darunter auch die Big 5. Sind diese kleinen dunklen Punkte da unten vielleicht Elefanten? Ich bin überwältigt von dem grandiosen Ausblick. Doch eigentlich haben wir hier nur kurz gestoppt, denn unser heutiges Ziel ist der berühmteste und größte Nationalpark Tansanias: die Serengeti.
Die Serengeti ist ein Ort der Superlative: nirgendwo sonst auf der Welt findet sich eine höhere Konzentration an frei lebenden Raubtieren. Doch der Weg dorthin ist beschwerlich: zunächst hangelt sich unser Wagen über den Kraterrand und dann hinab in die Ebenen. Die Piste wird nicht gerade besser und es kommt mir vor, als schlucke ich eimerweise Staub. Ich frage mich die ganze Zeit, wie das Auto diese Strapazen überstehen kann.
Auf 25 km² konzentriert sich eine unglaubliche Anzahl an wilden Tieren, darunter auch die Big 5. Sind diese kleinen dunklen Punkte da unten vielleicht Elefanten? Ich bin überwältigt von dem grandiosen Ausblick. Doch eigentlich haben wir hier nur kurz gestoppt, denn unser heutiges Ziel ist der berühmteste und größte Nationalpark Tansanias: die Serengeti.
Die Serengeti ist ein Ort der Superlative: nirgendwo sonst auf der Welt findet sich eine höhere Konzentration an frei lebenden Raubtieren. Doch der Weg dorthin ist beschwerlich: zunächst hangelt sich unser Wagen über den Kraterrand und dann hinab in die Ebenen. Die Piste wird nicht gerade besser und es kommt mir vor, als schlucke ich eimerweise Staub. Ich frage mich die ganze Zeit, wie das Auto diese Strapazen überstehen kann.
Inzwischen haben sich einige Massai zu uns gesellt. Unser Fahrer schickt einen der Massai los, um ein Stück Holz von einem Baum zu schlagen. Daraus wird ein Ersatzteil geschnitzt.
Ich nutze die Zeit, um den Speer und die Keule eines anderen Massai käuflich zu erwerben und erhalte noch ein paar Armbänder als Discount gratis hinzu. Endlich geht es weiter. Wir passieren die Olduvai Schlucht und wandeln auf den Spuren unserer Herkunft: in dieser Schlucht entdeckte das britische Anthropologen-Ehepaar Leakey den Schädel eines 2 Mio. Jahre alten Nussknackermenschen sowie etwa 4 Mio. Jahre alte Fußabdrücke.
Die Weiterfahrt bringt uns der Serengeti immer näher. Wir treffen bereits auf mehrere Thomson Gazellen. Dann endlich wird wieder das Dach des Wagens geöffnet, und es geht weiter mit der nächsten Pirschfahrt, jetzt in der Savanne der Serengeti. Die Landschaft ist atemberaubend. Wir entdecken Geier, ein paar Tüpfelhyänen und dann erscheinen braune Köpfe zwischen dem hellbraunen Gras: die ersten Löwen.
Ein wenig später gibt es noch zwei Geparden zu sehen. Doch die sind ziemlich unbeeindruckt von uns und kommen nicht näher. Im Rot des Sonnenuntergangs bewegen sich Herden von Zebras, Gnus und Thomson Gazellen.
Hierfür ist die Serengeti berühmt, ca. 3 Mio. Wildtiere nehmen an der jährlichen Migration teil. Dies lockt natürlich auch Räuber an: Leoparden, Löwen und Geparde sind zahlreich vertreten. Für uns wird es nun Zeit, das Zelt aufzuschlagen.
Der Seronera Campingplatz ist aber nicht etwa eingezäunt. Offen liegt er mittendrin in der Serengeti, eingezäunt wie ein Käfig sind allerdings die Essbereiche und der Kochbereich mit den offenen Feuerstellen.
Auf meine Frage, wie sicher man denn so sei, meint unser Fahrer: „die Löwen haben eigentlich Angst vor den Zelten, da gehen sie nicht rein.“ Aber: „if you want to go to the toilet in the middle of the night, it´s not ok.“ Mit diesen ermutigenden Worten wage ich noch schnell einen Gang zum Plumpsklo.
Außer ein paar Zebras und einem Pavian sind keine weiteren Tiere in Sicht. Das romantische Out of Africa Gefühl verblasst beim Anblick der Sanitäranlagen, die wirklich grenzwertig sind. Immerhin gibt es einen Wassertank, da kann man sich zumindest noch die Hände waschen. Der tropfende Wasserhahn lockt manchmal aber auch den ein oder anderen durstigen Löwen hierher. Aber egal, die haben ja Angst vor den Zelten, wie ich zuvor gelernt hatte. Als ich dann auf meinem Feldbett liege, fremde Laute an mein Ohr dringen, es lachen tatsächlich die Hyänen, weiß ich, dass ich der Wildnis Afrikas kaum näher sein kann.
Wir wollen früh los am nächsten Morgen, noch vor Sonnenaufgang beginnt die erste Pirschfahrt. Im Morgendunst bewegen sich langsam die Zebras, grasen die Gnuherden und Sekretärvögel bewegen sich auf ihren langen Stelzen durch die Steppe.
In der Ferne laufen Zebras um ihr Leben. Kurze Zeit später können wir einer Löwin beim Frühstück zuschauen.
Am Nachmittag machen wir uns auf den Rückweg zum Ngorongoro Krater. Ein besonderes Empfangskommitee erwartet uns bereits: 12 Elefanten marschieren auf dem Kraterrand vorbei, bevor wir zum Simba Campsite abbiegen. Noch schnell das Zelt aufgebaut und wiederum Abendessen im komplett eingezäunten Essbereich. Hier ist mehr los als in der Serengeti. Zahlreiche Zelte verteilen sich auf der Wiese zwischen den Häufchen mit Elefantendung. In dieser Nacht weiß ich die Feldbetten zu schätzen.
Es regnet in Strömen. Am nächsten Morgen bin ich die einzige, deren Zelt nicht überflutet ist. Doch es wurde empfindlich kalt in der Nacht und es tut sehr gut, die kleine Schüssel mit heißem Wasser ins Gesicht zu gießen, die mir unser Koch bereits vor´s Zelt gestellt hat.
Und dann geht’s den steilen Abhang hinab in den Krater. Unten angekommen, besteht bis zum Mittag die letzte Möglichkeit, eine Toilette aufzusuchen. Danach ist aussteigen verboten. Man kann nie wissen, was sich im Gras so alles verbirgt. Hier im Ngorongoro Krater tummelt sich einfach alles. Immer dort, wo schon ein paar Safari Jeeps stehen, gibt es eine Attraktion. Den Zebras, Gazellen, Gnus, Hyänen schenkt man eigentlich nur noch wenig Beachtung.
Irgendwie kann ich mir jetzt nicht mehr vorstellen, dass diese doch ziemlich großen Katzen gebührenden Respekt vor Zelten haben sollen.... Nun ja, die nächste Nacht werde ich ja wieder im zivilisierten Karatu zubringen. Unser Lunchpaket erhalten wir am Hippo Pool. Aussteigen mit Essbarem aber verboten, da aufgrund der anwesenden Greifvögel davon nicht allzu viel übrig bleiben würde.
Wir machen uns nun aber wieder auf den Rückweg. Noch eine Nacht im Safari Junction Camp und am nächsten Tag geht es dann wieder nach Arusha. Beim Abflug werfe ich einen letzten Blick auf den Schnee am Kilimanjaro und bin froh, dass ich mich für die Campingsafari entschieden habe. Denn so zugestaubt und ohne heiße Dusche war ich meinen Helden aus den vielen Afrikafilmen viel näher als mit Staubmaske in einer Luxuslodge.
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